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Donnerstag, 3. März 2016
Das passt ins Bild
Wer bei diesem Video genau hinhört und dann das gehörte mit dem, in diesem Blog, geschilderten Vorkommnissen vergleicht, der wird feststellen, das diese Art und Weise im Playmobland schon eine lange Tradition hat. Es ist halt ein Traditionsbetrieb.
Dienstag, 1. März 2016
Nichts anderes hatte ich erwartet....
Streit und Intrigen in der Playmobil-Welt
Von Uwe Ritzer,- Zirndorf
- Die Führungskrise beim Playmobil-Hersteller Gebora Brandstätter
- eskaliert:
- Das Unternehmen schasst eine Geschäftsführerin
- sofort, ohne Angabe von Gründen, nach 25 Jahren in der Firma.
- Zugleich gibt es Ärger mit der Gewerkschaft, die Mitarbeiter sind
- verunsichert und beklagen ein Klima der Angst.
- Bereits seit dem Tod des Firmengründers und
- Patriarchen vergangenen Juni ist Deutschlands zweitgrößter
- Spielzeughersteller in Aufruhr.
Die Playmobil-Welt ist von Hause aus eigentlich eine fröhliche. Die fingerlangen Kunststoff-Figürchen, von denen mehr als 2,8 Milliarden den Erdball bevölkern, lächeln immer, egal, ob sie als Polizisten, Ritter, Feuerwehrleute, Bauarbeiter oder Gärtner daherkommen. Die chronische Fröhlichkeit der Produkte steht allerdings in krassem Gegensatz zu den Zuständen beim Herstellerunternehmen Geobra Brandstätter. Bei Deutschlands zweitgrößtem Spielwarenhersteller ist jegliche Harmonie dahin.
Da ist zum einen die plötzliche Abberufung von Judith Weingart: "Mit sofortiger Wirkung" scheide die bisherige Geschäftsführerin für Vertrieb, Marketing und Werbung aus, heißt es in einem internen Schreiben, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Gründe werden nicht genannt; der Dank an Weingart, die immerhin 25 Jahre in Diensten von Playmobil war und erst 2015 zur Geschäftsführerin aufstieg, fällt kühl aus. Man danke ihr für die langjährige Tätigkeit, heißt es knapp.
Weingarts Rauswurf dürfte die Unruhe bei Playmobil und der Pflanzkübel-Schwesterfirma Lechuza weiter verschärfen. Ohnehin herrschte bereits Verunsicherung seitdem Alleineigentümer Horst Brandstätter Anfang Juni starb. Der war ein raubeiniger Patriarch alter Schule, der den Ton ziemlich unmissverständlich angab. Und wenn nicht, dann hatte Andrea Schauer das Sagen, Weingarts Vorgängerin und 15 Jahre lang Geschäftsführerin. Voriges Jahr zog sie sich "vorwiegend aus gesundheitlichen Gründen" zurück, wie es hieß. Fast zeitgleich erlag Brandstätter mit 81 Jahren einem Krebsleiden.
Playmobil: eine komplizierte Konstruktion:
Geschäftsführer, von denen aber keiner bei Bedarf das letzte Wort haben darf. Sie würden sich gegenseitig belauern und neutralisieren, heißt es. Mitarbeiter beklagen als Folge komplizierte Abstimmungsprozesse.
Und dann gibt es noch großen Ärger mit der Gewerkschaft und Teilen der Belegschaft. Von massiver Beeinflussung im Vorfeld der Betriebsratswahl ist die Rede, von fragwürdigen Attacken auf die IG Metall und unanständigem Druck auf die Beschäftigten. Im Bayerischen Rundfunk sprach ein Playmobil-Mitarbeiter von "einem Klima der Angst", Einschüchterungsversuchen und "ständig drohenden Abmahnungen". Es geht vor allem um die Zustände im Werk im fränkischen Dietenhofen, wo mehr als 1500 der weltweit 4160 Beschäftigten die Kunststoff-Spielewelten produziert, in denen sich die Playmobil-Figuren tummeln.
Playmobil
Chaos im Spielzeugladen
Im Sommer starb Playmobil-Gründer Horst Brandstätter. Seither fehlt der Firma die Führung.
Ränkespiele um die Neuwahl des Betriebsrats
Der örtliche IG-Metall-Chef Reiner Gehring hat dort eine "Angstkultur" und "Wild-West-Methoden" ausgemacht. "Die wollen uns mit allen Mitteln draußen halten", sagt er. Bei Playmobil, respektive Geobra Brandstätter, gibt es bislang nicht einmal einen Tarifvertrag.
2014 wurde in Dietenhofen ein Betriebsrat gewählt, dabei wurde aber eine IG-Metall-Liste ausgeschlossen und auch sonst lief die Wahl nicht korrekt ab. Das haben inzwischen Arbeitsgerichte durch alle Instanzen rechtskräftig festgestellt. Nun steht eine Neuwahl an, in deren Vorfeld ein polemisches Flugblatt gegen die IG Metall kursierte. Überhaupt werde der Prozess der Betriebsratswahl massiv gestört und die Firma tue nichts, um eine reibungslose und faire Wahl zu gewährleisten, kritisiert Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler. Störungen würden "stillschweigend geduldet, schlimmstenfalls sogar gebilligt".
Die Geschäftsleitung gibt sich arglos. Vor allem ehemalige Betriebsratsmitglieder hätten die Handzettel gefertigt. Im Übrigen sei die Aktion "Ausdruck freier Meinungsäußerung unserer Mitarbeiter", auf die man keinen Einfluss nehme. Umgekehrt werde ein Schuh draus, meint hingegen eine Playmobil-Mitarbeiterin: "Man traut sich bei uns seine Meinung nicht mehr frei äußern."
......warum wundert mich dieser Artikel:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/spielwaren-streit-und-intrigen-in-der-playmobil-welt-1.2885278
in der Süddeutschen Zeitung so gar nicht?
Weil die Art und Weise, wie man in dieser unsäglichen Firma mit Mitarbeitern, mit dem gesetzlich verbrieften Mitspracherecht und Arbeitnehmerrechten umgeht, gerade auch in diesem Blog ausführlich behandelt wurde.
Ich wundere mich nur darüber, dass die IG Metall hier so erschüttert tut. Gerade der Fall Hardy R., der sich vor Jahren auch als Betriebsratskanditat hat aufstellen lassen und der sicher ein für die Firma Geobra Brandstätter unbequemer, weil kritischer, Betriebsrat geworden wäre, ist der IG Metall Fürth wohl bekannt.
Auch die Rolle der ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Frau B. wirft in diesem Fall einige Fragen auf. In dem Kapitel "Furioses Ende eines Arbeitsverhältnisses" findet man eine Eidesstattliche Erklärung dieser Frau. Was diese Wert ist darf jeder selbst einschätzen. Er muss nur wissen, dass Hardy R. 2006 nach einer langen Mobbing (Bossing) Tortour, fristlos gefeuert wurde. Als Grund wurde sich seitens der Geschäftsleitung auf, aus dem Zusammenhang gerissene, Teile eines 6 Augen Gesprächs bezogen, die der Geschäftsleitung eigentlich gar nicht zur Kenntnis hätten gelangen dürfen. Denn dieses Gespräch fand in einem vertraulichen Rahmen zwischen Hardy R., Frau B. (Betriebsratsvorsitzende und schweige-pflichtig) und dem damaligen Betriebsarzt Herrn Dr. F. (auch über die ärztliche Schweigepflicht zum Schweigen verpflichtet) statt.
Also wer hat da geplaudert und seine Schweigepflicht verletzt????
Dies kam in dem Kündigungsschutzprozess gar nicht zur Sprache und wurde schon gar nicht vom Gericht entsprechend gewürdigt.
Hardy R. hatte damals nur sehr wenig Hilfe von der IG Metall bekommen. Er bekam lediglich Rechtsschutz durch die IG Metall beim zweiten Kündigungsschutzprozess, der einer langjährigen, schmerzhaften und gesundheitlich folgenschweren Mobbingkampagne zwangsläufig folgte.
Das Hardy R. in der folgenden Zeit langzeit-arbeitslos wurde, dass er im Raum Nürnberg nicht mehr den aller geringsten Job mehr bekam und gezwungen war ins Ausland zu gehen um dem brutalen Schicksal "Hartz IV" zu entgehen, dass er darüber dauerhaft krank wurde und das ihm in diesem Schicksal absolut niemand half, bleibt natürlich (außer an dieser Stelle) in der Öffentlichkeit völlig unerwähnt. Dabei wird es wohl auch bleiben.
Wenn ich dann aber lese, dass hinter dem Ganzen die Vorsitzende des Stiftungsrates Frau Marianne A., eine ehemalige Chefsekretärin (dies ist ein durchas ehrenwerter Beruf) mit einem Hang zur Macht, die allerdings tatsächlich keine Ahnung vom Tuten..., woher auch, hat, steckt, so weiß ich, dass diese Entwicklung bei Geobra Brandstätter einfach zwangsläufig ist.
Ich sage: Kein Arbeitgeber in diesem Land hat auch nur einen vernünftigen Arbeitnehmer verdient.
ARBEITGEBER NACH DER HARTZ GESETZGEBUNG IN DEUTSCHLAND SIND ASOZIAL
Freitag, 27. November 2015
Nicht ohne Häme
Chaos im Spielzeugladen
- Nach dem Tod von Firmenchef Horst Brandstätter herrscht bei Playmobil ein Machtvakuum.
- Keiner der drei neuen Vorstände darf allein entscheiden, man belauere sich, berichten Insider.
Von Uwe Ritzer
Der alte Patriarch wusste, dass er bald sterben würde, also regelte er seine letzten Dinge. So, wie er immer alles entschieden hatte: allein. Horst Brandstätter, Spitzname Hob, war ein cleverer, knorriger Haudegen mit sicherem Gespür fürs Geschäft, der sich selten reinreden ließ. Schnell erkannte er als junger Mann, dass seine Verwandten behäbig geworden waren, bugsierte sie aus dem Familienunternehmen und führte es fortan selbst. Später fiel ihm das Talent eines gewissen Hans Beck auf, eines wortkargen Tüftlers, der Brandstätter zu einem der reichsten Deutschen machen sollte. Beck erfand für ihn die fingerlangen Playmobil-Figuren, von denen heute mehr als 2,8Milliarden den Erdball bevölkern. Um sie herum schuf der Patriarch einen Spielwarenhersteller mit knapp 4200 Mitarbeitern.
Am 3. Juni dieses Jahres starb Horst Brandstätter im Alter von 81 Jahren. Bis zuletzt hatte er in seiner Firma allein das Sagen. Selbst aus Florida, wo er die Winter verbrachte, wies er seinem Management in Zirndorf bei Nürnberg täglich per Fax den Weg. Doch nun scheint es im Rückblick, als hätte den Patriarchen kurz vor seinem Tod sein bis dahin untrüglicher Instinkt verlassen. Die zu seinen Lebzeiten zumindest nach außen heile Playmobil-Welt ist in ziemliche Unordnung geraten.
Mitarbeiter und andere, die das Unternehmen gut kennen, berichten von großer Verunsicherung und Unzufriedenheit. Sie beklagen lange und komplizierte Entscheidungswege, umständliche Kommunikation und schwierige Abstimmungsprozesse. Kurzum: ein Führungsproblem. Vor allem, sagen viele, fehle ein Chef.
Es ist ein gewaltiger kultureller Umbruch, der sich bei Playmobil offenkundig nur unter großen Schmerzen vollzieht. Ein stets patriarchalisch geführtes Unternehmen muss lernen, ohne den gewohnten, mal gütigen, mal strengen Übervater auszukommen. Man komme dabei gut voran, versichert eine Sprecherin. Tatsächlich ist es wohl so, dass ausgerechnet der Instinkt-Unternehmer Brandstätter es versäumt hat, rechtzeitig klare Strukturen für diesen Wandel zu schaffen.
Dabei schien er alles geregelt zu haben. Er schuf ein Konstrukt aus zwei Stiftungen und einer Holding. Die Firma ging mit seinem Ableben über in die Brandstätter Unternehmensstiftung. Die Söhne des Patriarchen kommen darin nicht vor; ihnen traute er die Übernahme der Firma nicht zu. Offenkundig wollte er sich auch sonst nicht auf seine Familie verlassen: Sicherheitshalber verfügte Brandstätter, die Unternehmensstiftung müsse sich auch um "die Grabstätte des Stifters und die Ehrung des Andenkens an den Stifter" kümmern.Das Weihnachtsgeschäft läuft bei Playmobil gut - die Produkte wurden aber noch unter Brandstätter entwickelt. Nun droht eine gefährliche Lähmung.
(Foto: Timm Schamberger/Getty Images)
Der Patriarch versäumte es aber, einen neuen Anführer im Playmobil-Land auszurufen. Fast zeitgleich mit Brandstätters Tod zog sich, wie schon länger angekündigt, Andrea Schauer, 56, ins Privatleben zurück. "Aus gesundheitlichen Gründen", wie es hieß. 15 Jahre lang war sie die operative Nummer eins bei Playmobil und man sagt ihr großes Geschick im Umgang mit dem nicht einfachen Patriarchen nach und dass sie sich die nötigen Freiräume geschaffen habe.
Seit Schauers Abgang und Brandstätters Tod führen nun drei gleichberechtigte Vorstände das Unternehmen: Die frühere Pressesprecherin Judith Weingart ist für Entwicklung, Marketing und Vertrieb zuständig. René Feser ist kaufmännischer Chef und Robert Benker kümmert sich um Produktion und Technik. Alles altgediente Playmobil-Leute. Das Problem ist nur: Keiner aus dem Trio darf bei Bedarf das letzte, entscheidende Wort sprechen. Der Patriarch habe das so gewollt, heißt es.
Insider berichten, wie sich die Vorstände gegenseitig belauern
Das führt zu kuriosen Situationen: Medientermine etwa, die Schauer oder Brandstätter früher mit links erledigten, finden kaum noch statt. Die drei Vorstände treten nur gemeinsam auf, einer allein darf nicht. "Vieles deutet auf Misstrauen in der Chefetage hin", sagt ein intimer Kenner der Zirndorfer Verhältnisse. "Jeder passt auf, dass der andere den Kopf nicht zu weit hebt." Das lähmt auf Dauer und vor allem sind viele Mitarbeiter inzwischen genervt.
Auf dem Papier seien die Zuständigkeiten der Vorstände zwar getrennt, erzählt jemand. "Tatsächlich muss man höllisch aufpassen, nicht mit einem etwas zu vereinbaren, wodurch sich die anderen übergangen fühlen könnten." Angst macht sich breit im Playmobil-Land, die Pattsituation könne die strategische Entwicklung blockieren. "Es ist schwer, wenn keiner sagt, wo es langgeht", sagt ein Insider. Ein weiteres Problem sei, dass alle drei Vorstände schon lange bei Playmobil sind und deshalb gewohnt waren, im Windschatten des Patriarchen zu arbeiten. Nun werde aber Eigenverantwortung verlangt.
Vom Stiftungsbeirat, der laut Brandstätters Überlieferung das operative Management ähnlich wie ein Aufsichtsrat "unterstützen und kontrollieren" soll, scheint wenig zu erwarten. Außer einem Rechtsanwalt und langjährigen Berater des Patriarchen sitzen drei altgediente Playmobilisten in dem Gremium. Vorsitzende, und damit in einer Schlüsselposition, ist Marianne Albert. In der Spielwarenbranche ist sie ein unbeschriebenes Blatt. Sie war langjährige Assistentin und enge Vertraute des Patriarchen, sowie Ansprechpartnerin für alle, die im Zirndorfer Playmobil-Freizeitpark die große Halle mieten wollten.
Albert arbeite immerhin seit 1990 für die Firma und sei seit "17 Jahren in der Geschäftsleitung" tätig, erklärt das Unternehmen auf Anfrage. Eine gewagte Beschreibung, bekleidete sie doch offenkundig nie einen Führungsposten. Detaillierte Fragen zu den Problemen der Nach-Brandstätter-Ära lässt Albert unbeantwortet. Nur so viel: "Nur ein gutes Team bringt gute Ergebnisse". Im Übrigen komme die "geplante Umstellung des zuvor patriarchalisch geführten Unternehmens auf ein Stiftungsmodell gut voran".
Zumindest das Weihnachtsgeschäft in Deutschland und Frankreich scheint zu laufen; der Abverkauf liegt jeweils um 13 Prozent über den Vorjahreswerten. Entwickelt wurden die verkauften Produkte allerdings noch zu Zeiten des Patriarchen.
Nicht ohne Häme nehme ich diesen Artikel der Süddeutschen Zeitung http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/playmobil-chaos-im-spielzeugladen-1.2757489 zur Kenntnis. Doch muß man kein Hellseher sein um diese Entwicklung voraus gesehen zu haben. "Der Fisch fängt am Kopf das Stinken an!"
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